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Verleih-Betriebsräte haben kein Zugangsrecht zu Arbeitsplätzen im Entleihbetrieb

20.3.2015 - Schlechte Nachricht für Betriebsrät/innen in Leiharbeitsunternehmen: Nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) sind Betriebe, die von einem anderen Betrieb überlassene Arbeitnehmer/innen beschäftigen, nicht verpflichtet, dem Betriebsrat/der Betriebsrätin des Verleihbetriebes jederzeit und unabhängig vom konkreten Anlass Zugang zu ihrem Betrieb zu gewähren.
Um ihr im Betriebsverfassungsgesetz verankertes Informationsrecht wahrzunehmen haben Betriebsrät/innen grundsätzlich das Recht auf Zugang zu den Arbeitsplätzen der im Betrieb Beschäftigten. Dieses Zugangsrecht gilt aber, so die Richter/innen des BAG, für das Unternehmen, in dem die Beschäftigten angestellt sind, im Falle von Leiharbeitnehmer/innen für den Verleihbetrieb. Da Leiharbeitnehmer/innen für die Zeit der Überlassung in den Entleihbetrieb eingegliedert sind, ist für sie der Betriebsrat des Entleihbetriebes zuständig – jedenfalls sofern es um Fragen geht, die die Ausgestaltung des dortigen Arbeitsverhältnisses betreffen.

Quelle: Rechtslupe

Heute hier, morgen dort

17.3.2015 - „Unsere Firma, also nicht die, bei der wir tätig waren, sondern der Entleiher, war ein Subunternehmer einer anderen Firma. Und wir haben unsere Anweisungen nicht direkt von dem Entleiher bekommen, sondern vom Generalunternehmer. Man muss sich das als Pyramide vorstellen.“ Zbigniew, ein polnischer Leiharbeitnehmer, der nicht erkannt werden möchte, berichtet von seinem ersten Job in Deutschland. Von völlig undurchsichtigen Arbeitsverhältnissen, davon, wie plötzlich der Lohn gekürzt oder ein Monatslohn gar nicht ausgezahlt wurde. Er erzählt von Nachtarbeit ohne Zuschläge, Kündigungsdrohungen. Ein Jahr hat er gebraucht, bis er herausfand, dass er illegal beschäftigt war. Erfahrungen wie Zbigniew, der in einer Fabrik an einer Wurstverpackungsmaschine arbeitete, machen viele. Wie sieht Leiharbeit heute aus, und wie hat sie sich entwickelt? Warum greifen Unternehmen gern auf sie zurück, und was können Gewerkschaften tun? In dem lesens- und hörenswerten Beitrag im Deutschlandradio Kultur kommen neben Zbigniew auch Annelie Buntenbach vom DGB, Jochen Empen von der Beratungsstelle Faire Mobilität, Andrea Resigkeit vom Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen IGZ und Franz-Josef Düwell, ehemaliger Vorsitzender Richter am Bundesarbeitsgericht zu Wort.

Quelle: Deutschlandradio Kultur

3,4 Prozent mehr für VW-Beschäftigte – auch für Leiharbeitnehmer/innen

Wolfsburg, 5.3.2015 - Der Volkswagen Konzern und die IG Metall haben einen neuen Tarifvertrag vereinbart. Dieser sieht für die 115.000 VW-Beschäftigten ein Lohnplus von 3,4 Prozent ab Juni 2015 vor (je nach Entgeltstufe sind das zwischen 65 und 209 Euro brutto pro Monat), außerdem 450 Euro für die betriebliche Altersvorsorge. Auch die Leiharbeitnehmer/innen, die für VW arbeiten, erhalten ein Lohnplus von 3,4 Prozent, außerdem eine Einmalzahlung von 150 Euro. Insgesamt wird der Anteil der Leiharbeitnehmer/innen im VW-Konzern auf etwa zehn Prozent geschätzt, allerdings  hatte das Unternehmen in den letzten Jahren mehrfach angekündigt, den Anteil senken zu wollen. Einige Tausend langjährige Leiharbeitnehmer/innen erhielten eine Festanstellung.
Der Entgelttarifvertrag gilt für die sechs westdeutschen Standorte (Wolfsburg, Emden, Braunschweig, Salzgitter, Kassel und Hannover) sowie für die Bank- und Immobilientochter von VW, Volkswagen Financial Services. Er hat eine Laufzeit von 15 Monaten und endet am 31. Mai 2016. Er entspricht dem Abschluss für die gesamte Metall- und Elektroindustrie in diesem Jahr.