• leihweb 1100druck
  • leihweb 1100gesund
  • leihweb 1100handel
  • leihweb 1100medien
  • leihweb 1100muell

Norddeutschland: Mehr Werkverträge im Flugzeugbau

Bremen/Hamburg, 19. August 2014 - In der norddeutschen Luftfahrtindustrie stagniert die Zahl der festen Jobs trotz guter Auftragslage. Die Leiharbeitsquote sinkt leicht, Werkverträge sind auf dem Vormarsch. Die IG Metall fordert mehr Festeinstellungen.
Mehr als zwei Drittel der Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie in Norddeutschland erwarten, dass sich die Auftragslage verbessert oder zumindest gleich bleibt. Das ergab eine Befragung von Betriebsräten der Branche durch die IG Metall. Doch zugleich rechnen nur wenige Betriebsräte damit, dass sich die gute wirtschaftliche Lage in mehr festen Arbeitsplätzen niederschlagen wird. Stattdessen befürchten sie einen Zuwachs vor allem bei Werkverträgen, die außerhalb der betrieblichen Mitbestimmung liegen.
Die Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie beschäftigen in Norddeutschland fast 30.000 Menschen. Außerdem arbeiten in den Firmen fast 5.700 Leiharbeitnehmer/innen. Das sind fast 19 Prozent der Beschäftigten in der Branche. Die Zahl der Werkverträge soll bei mehr als 4.200 liegen– genau lässt sich das nicht sagen, weil die meisten Betriebsräte keine exakten Daten über die Werkverträge ihres Unternehmens erhalten. Rüdiger Lütjen, Konzernbetriebsratsvorsitzender der Airbus Group, schätzt die Zahl der Beschäftigten mit Werkvertrag allein am Hamburger Standort auf 2.600. Demgegenüber seien im Juni in Hamburg 2.819 Leiharbeitnehmer/innen für Airbus tätig gewesen.
Auch die IG Metall sieht die Entstehung einer immer größeren Beschäftigtengruppe, für die die betriebliche Mitbestimmung nicht gilt, mit Sorge. Sie fordert die Unternehmen zu mehr Festeinstellungen und einer Personalplanung unter Einbeziehung der Betriebsräte auf.
 
Quellen: Radio Bremen, www.radiobremen.de/politik/nachrichten/luft-raumfahrtindustrie102.html, Hamburger Abendblatt, www.abendblatt.de/hamburg/article131362823/Etwa-2600-Werkvertragskraefte-bei-Airbus-in-Hamburg.html

Baustellen: Vorgesetzte haften auch für Leiharbeitnehmer/innen

Koblenz, 2. August 2014 - Bei Berufsunfällen auf Baustellen haften Vorgesetzte auch für Leiharbeitnehmer/innen. Das stellte das Oberlandesgericht Koblenz klar. Es verurteilte einen Vorgesetzten zur Zahlung von etwa 100.000 Euro, weil der eine Baustelle nicht ausreichend gesichert hatte. Ein Montagearbeiter, den ein anderes Unternehmen vorübergehend zur Verfügung gestellt hatte, hatte bei Dacharbeiten das Gleichgewicht verloren und war in die Tiefe gestürzt. Er ist seit dem Unfall querschnittsgelähmt. Die Unfallstelle war zum Zeitpunkt des Sturzes nur unzureichend mit Netzen gesichert. Darauf hatte man den Verantwortlichen für die Baustelle zuvor hingewiesen. Das Oberlandesgericht Koblenz bestätigte nun die Entscheidung des Landgerichts Mainz. Der zuständige Vorgesetzte hat die Pflicht, keine Tätigkeiten zuzuweisen, bei denen mangels berufsgenossenschaftlich vorgeschriebener Schutzmaßnahmen die Gefahr von Gesundheitsschäden besteht.
 
Quelle: Portal für Steuerberater

Schwarz-rote Pläne zur Reformierung der Leiharbeit: Nutzen fraglich

Nürnberg, 16. Juli 2014 - Die Bundesregierung plant die Reform der Leiharbeit. Die Höchstdauer für den Einsatz eines Leiharbeitnehmers in einem Unternehmen soll von jetzt 24 auf künftig 18 Monate sinken. Damit soll verhindert werden, dass Betriebe reguläre Arbeitsplätze in Leiharbeitsplätze umwandeln. Außerdem sollen Leiharbeitnehmer/innen nach neun statt wie bisher nach zwölf Monaten den gleichen Lohn wie Beschäftigte aus der Stammbelegschaft erhalten. Doch nur jede/r vierte Leiharbeitnehmer/in wäre überhaupt von den Plänen der Bundesregierung betroffen, schreibt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in einer Studie.
Die Verweildauer in einem entleihenden Unternehmen ist in der Regel äußerst kurz. Im Schnitt liegt sie bei drei Monaten. Nur gut 27 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse in der Leiharbeitsbranche dauern länger als neun Monate – nur 14 Prozent länger als 18 Monate. Die Einsatzdauer steigt mit der Qualifikation der entliehenen Beschäftigten. Derzeit verdienen Leiharbeitnehmer/innen etwa 15 bis 25 Prozent weniger als Beschäftigte außerhalb der Leiharbeit.
 
Quellen: Spiegel Online, Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung