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Zahl der Leiharbeitnehmer/innen steigt auf fast eine Million

Düsseldorf, 4.3.2016 – Die Zahl der Leiharbeitnehmer/innen in Deutschland ist in den letzten Jahren wieder gestiegen – und zwar kräftig. 961.162 Beschäftigte arbeiteten im vergangenen Jahr in Leiharbeitsfirmen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen hervor. Im Jahr 2013 hatte die Zahl der Leiharbeitnehmer/innen in Deutschland noch bei 867.535 gelegen. Gewachsen ist auch die Zahl der Verleihfirmen: von 46.755 vor zwei Jahren auf 50.293 im vergangenen Jahr.
 

Mehr als 50 Prozent Leiharbeit und Werkverträge am Automobilstandort Leipzig

Leipzig, 2.3.2016 – Wenn CDU/CSU derzeit mit harten Bandagen gegen die Regulierung der Leiharbeit ankämpfen, dann geht es dabei auch um die Arbeits- und Ausbeutungsbedingungen in den zentralen Exportbranchen der deutschen Wirtschaft, zum Beispiel der Automobilindustrie. In der Automobilproduktion sind traditionell viele Leiharbeitnehmer/innen beschäftigt, viele Produktionsschritte werden per Werkvertrag an Zulieferfirmen vergeben. Die WirtschaftsWoche hat am Automobilstandort Leipzig recherchiert, wo BMW und Porsche seit Mitte der 2000er Jahre nicht nur neue Automodelle zusammenbauen, sondern auch besonders flexible Produktionsbedingungen erproben. Das Ergebnis der Recherche: „Die Leipziger Werke von BMW und Porsche verzeichnen mehr als 20 Prozent Werkverträge, über 30 Prozent Leiharbeit, einen ausgeprägten Niedriglohnsektor sowie einen hohen Anteil befristeter Arbeit. Nicht einmal die Hälfte der 18.500 Menschen, die in Leipzig Autos für BMW und Porsche bauen – 8.300 Beschäftige –, gehören zu den Stammbelegschaften.“ Und auch bei den Werkvertragsfirmen, deren Beschäftigte deutlich weniger verdienen als die Stammbelegschaften von BMW und Porsche, sind 14 bzw. 13 Prozent der Beschäftigten Leiharbeitnehmer/innen.
 

CDU/CSU läuft weiter Sturm gegen Gesetzesentwurf zu Leiharbeit und Werkverträgen

Berlin, 26.2.2016 – Wer die Verwässerung des Gesetzesentwurfs zur Reform von Leiharbeit und Werkverträgen in den letzten Monaten verfolgt hat, muss sich sehr konzentrieren, um überhaupt noch Verbesserungen zugunsten der Beschäftigten zu entdecken. Nicht so die CDU/CSU-Fraktion, die auch gegen den weiter abgeschwächten Entwurf aus dem Bundesarbeitsministerium Sturm läuft.

Nun stört sich insbesondere die CSU an dem geplanten Verbot, Leiharbeitnehmer/innen als Streikbrecher/innen einzusetzen – eine der letzten Maßnahmen, die aus dem ersten Entwurf übrig geblieben sind. In der Koalition gibt es nun Streit. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sagte, mit CDU und CSU seien derzeit offenbar „keine Gesetze möglich, die den Menschen in diesem Land zugute kommen“. In den letzten Monaten hatte sie auf Druck des Koalitionspartners bereits die Höchsteinsatzdauer von Leiharbeitnehmer/innen in einem Betrieb von 18 auf 24 Monate heraufgesetzt, Abstriche beim Equal Pay gemacht und den Kriterienkatalog, der Werkverträge von normalen Beschäftigungsverhältnissen abgrenzen sollte, aus dem Gesetz gestrichen.