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Leiharbeit macht krank

Berlin, 15.12.2015 – Jetzt ist es amtlich: Leiharbeit ist gesundheitsschädlich. Wie aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei hervorgeht, kommen Leiharbeitnehmer/innen pro Jahr im Schnitt auf 18 Fehltage durch Krankheit; in den anderen Branchen sind es zusammen im Schnitt nur 13 Tage.
Die Tätigkeiten von Leiharbeitnehmer/innen seien „im Vergleich häufiger körperlich anstrengend und monoton“, erklärte das Ministerium, zudem fänden sie oft unter ungünstigen Umgebungsbedingungen statt. Für seine Antwort hat das Arbeitsministerium Daten der Techniker Krankenkasse ausgewertet. Und die lassen noch mehr Schlussfolgerungen zu. Denn offenbar sind Leiharbeitsverhältnisse ganz oft „Knochenjobs“ – besonders bei Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems liegt die Leiharbeit mit 4,13 Fehltagen (gegenüber 2,63 Fehltagen bei den übrigen Beschäftigten) vorn. Auch die Verletzungsgefahr ist höher. Während alle anderen Branchen im Schnitt 1,54 Fehltage durch Verletzungen verzeichnen, sind es in der Leiharbeit 2,44 Tage. Das liegt einerseits daran, dass Leiharbeit vor allem in der Produktion verbreitet ist, wo die Verletzungsgefahr insgesamt höher liegt. Andererseits sind Leiharbeitnehmer/innen oft nur wenige Monate in einem Betrieb eingesetzt – zu wenig Zeit, um Unfallgefahren umfassend einschätzen zu können oder alle Tricks, mit denen man sich in gefährlichen Arbeitssituationen schützen kann, zu erlernen.

Nach Abgasskandal: VW entlässt Leiharbeitnehmer/innen

Hannover, 2.12.2015 – Den Abgasskandal beim Autohersteller VW müssen als erstes Leiharbeitnehmer/innen ausbaden. Im Werk für Nutzfahrzeuge in Hannover sollen 300 Leiharbeitnehmer/innen Ende Januar nicht weiterbeschäftigt werden, jedes dritte Leiharbeitsverhältnis am Standort wird damit beendet. 500 weitere werden lediglich um drei Monate verlängert. VW-Nutzfahrzeug-Chef Eckhard Scholz machte auf einer Betriebsversammlung am Mittwoch zwar nicht den Abgasskandal, sondern den schwachen Absatz beim Pick-up Amarok für den Personalabbau verantwortlich, berichtete die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Doch bei vielen Beschäftigten geht schon lange die Angst vor Entlassungen um; dass die Entscheidung nicht im Zusammenhang mit dem Skandal steht, glaubt kaum jemand.

Regulierungspläne für Leiharbeit und Werkverträge: Merkel fährt dazwischen

Berlin, 24.11.2015 - Einen Dämpfer für Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) gab es beim Deutschen Arbeitgebertag in Berlin. Eine gute Woche, nachdem Nahles den Gesetzesentwurf zur Regulierung von Leiharbeit und Werkverträgen vorgelegt hatte, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel den versammelten Unternehmerlobbyist/innen, der Gesetzesentwurf gehe zu weit. Wörtlich sagte Merkel, sie werde darüber wachen, „dass wir über den Koalitionsvertrag nicht hinausgehen“. Und es „scheine unstrittig“ zu sein, dass der vorliegende Entwurf dieser Prüfung nicht standhalten werde. Hierbei habe sie, so berichtet das Handelsblatt, vor allem die geplanten Regeln für Werkverträge vor Augen, der Betriebsräten mehr Mitspracherechte bei der Vergabe von Werkverträgen in ihrem Unternehmen gewähren soll.