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Billiglohn, Leiharbeit und Werkverträge bei BMW und Porsche in Leipzig

Leipzig, 12.9.2015 – Modern, schnell, zuverlässig: Die Autowerke von BMW und Porsche in Leipzig haben einen guten Ruf. Doch den Großteil der Arbeit in den Leipziger Werken lassen die Autobauer von Leiharbeitnehmer/innen, Werkvertragler/innen und Zulieferfirmen erledigen. Zu schlechteren Bedingungen und für weniger Geld.
18.000 Beschäftigten arbeiten am Automobilstandort Leipzig. Doch nur 8.300 von ihnen zählen zur Stammbelegschaft von Porsche und BMW, wie eine aktuelle Sozialstudie der IG Metall dokumentiert. Die Mehrheit ist per Werkvertrag oder in Leiharbeitsfirmen beschäftigt. Laut einer von der IG Metall in Auftrag gegebenen Umfrage verdienen die meisten der in den Werkvertragsfirmen beschäftigten weniger als 2.000 Euro brutto, fast 27 Prozent sogar weniger als 1.750 Euro. Acht Prozent müssen aufstocken. Und das, obwohl sie häufig Seite an Seite mit den Stammbeschäftigten in den Autowerken arbeiten. Auch über längere Arbeitszeiten, mangelhaften Gesundheitsschutz und Respektlosigkeit klagen die mit Werkvertrag Beschäftigten und Leiharbeitnehmer/innen. Der sächsischen Autoindustrie geht es blendend, sie gilt als Jobmotor in der Region. Doch dieser Motor läuft mit Billiglöhnen und prekären Jobs. Das muss man bei der nächsten Lobeshymne ergänzen.
 
Quelle: Mopo24

Nahles fällt um – geplante Leiharbeitsreform verkommt zur Farce

Frankfurt, 27.7.2015 - Gegen die Pläne von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), Leiharbeit und Werkverträge zu regulieren, waren CDU und Unternehmerverbände seit Monaten Sturm gelaufen. Nun kam, was kommen musste: Das Bundesarbeitsministerium macht auch bei der Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten einen Rückzieher. Damit ist die ohnehin schon zahnlose Regulierungsinitiative nur noch Augenwischerei.

Equal Pay für Leiharbeitnehmer/innen nach neun Monaten, eine maximale „Ausleihzeit“ von 18 Monaten und Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats bei Werkverträgen – das waren die Kernbestandteile der geplanten Leiharbeitsreform von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Am Wochenende sagte Nahles der Frankfurter Rundschau nun, sie halte es für denkbar, Leiharbeit auch über die im Koalitionsvertrag vorgesehene Dauer von 18 Monaten zuzulassen – wenn die Unternehmen tarifgebunden seien. „Tarifgebundene Unternehmen erhalten mehr Flexibilität als Betriebe, die keinen Tarifvertrag haben“, sagte Nahles der Frankfurter Rundschau. Auch von den Mitbestimmungsplänen bei Werkverträgen ist nichts mehr übrig. Die Unternehmen sollen nach den Vorstellungen von Nahles den Betriebsrat bei Werkverträgen nun lediglich informieren müssen.

Leiharbeitnehmer/innen dürfen Streikbruch verweigern

Erfurt, 13.4.2015 – Dürfen Unternehmen bei Streiks Leiharbeitnehmer/innen einsetzen, und haben diese das Recht, den Einsatz zu verweigern? Um diese Frage sollte es am 14. April vor dem Bundesarbeitsgericht (BAG) gehen. Doch der Termin wurde aufgehoben, nachdem der klagende Arbeitgeber die Revision zurückgenommen hatte. Damit gilt die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Baden-Württemberg: Leiharbeitnehmer/innen dürfen den Einsatz in einem bestreikten Entleihbetrieb verweigern.