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Leiharbeit: Minusstunden für Leerzeiten unzulässig

Berlin, 20.4.2015 - Arbeitgeber dürfen Leiharbeitnehmer/innen für einsatzfreie Zeiten keine Minusstunden anschreiben. Darauf hat die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hingewiesen.

Im Dezember 2014 hatte das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg im Fall einer Sachbearbeiterin entschieden, die ein Grundgehalt unabhängig von ihrer tatsächlichen Arbeitszeit erhielt und bei unterschiedlichen Entleihfirmen eingesetzt wurde. Ihre Arbeitszeit wurde auf einem Arbeitszeitkonto erfasst. Die Zeiten, in denen der Arbeitgeber die Frau nicht bei Entleihbetrieben beschäftigen konnte, zog er vom Arbeitszeitkonto ab.

Rumänische Leiharbeitnehmer/innen – ausgebeutet in deutschen Pflegeheimen

Schwalbach, 7.4.2015 – Rumänen wandern in „unsere Sozialsysteme“ ein? Das ist ein Märchen, das fragwürdige Politiker/innen gern erzählen. Die Wahrheit ist: Ohne rumänische Krankenpfleger/innen könnte ein guter Teil der Arbeit in deutschen Pflege- und Seniorenheimen gar nicht erledigt werden. Doch viele der Pfleger/innen arbeiten mit Knebelverträgen und unter ausbeuterischen Bedingungen – angeworben von deutschen Leiharbeitsfirmen. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erzählen zwei von ihnen, was sie als Leiharbeitnehmer/innen in deutschen Altersheimen erlebten.

Quelle: FAZ

Leiharbeit wächst wieder

Nürnberg, 8.4.2015 - Leichter Anstieg der Beschäftigtenzahlen in der Leiharbeit. Nach neuesten Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit sind im April 2015 in Deutschland knapp 750.000 Menschen als Leiharbeitnehmer/innen tätig gewesen. Damit wächst ihre Zahl nach einigen Monaten des Rückgangs wieder.
Insgesamt macht Leiharbeit etwa 2,5 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Deutschland aus. Allerdings spielt sie insbesondere eine Rolle als „Pufferzone“ um die Erwerbslosigkeit. 17 Prozent der Beschäftigungsaufnahmen aus der Arbeitslosigkeit erfolgen in Leiharbeitsverhältnisse. Und 15 Prozent der neu Erwerbslosen waren zuvor in der Leiharbeit beschäftigt. Rund die Hälfte der Leiharbeitsverhältnisse endet nach spätestens drei Monaten wieder. Die Leiharbeitsverbände interpretieren diese Zahlen gern als Beleg für die „Brückenfunktion“ in reguläre Beschäftigung. In Wahrheit ist es genau umgekehrt: Leiharbeit ist ein aus Arbeitgebersicht unschlagbares Instrument zur Mobilisierung derjenigen Menschen, die Karl Marx einst die „industrielle Reservearmee“ nannte: für ein paar Monate raus aus der Erwerbsarbeitslosigkeit, und wenn die Unternehmen sie nicht mehr brauchen, wieder rein in die Arbeitslosigkeit. Und das auch noch für wenig Geld: Die Bruttoentgelte in der Leiharbeit liegen deutlich unter den im Durchschnitt durch alle Branchen erzielten Entgelte. Kein Wunder, dass die Unternehmen Leiharbeit lieben und lieber noch mehr nutzen würden. Die Bundesagentur für Arbeit schreibt: „Die Zeitarbeitsbranche zeichnet sich durch einen nach wie vor hohen Arbeitskräftebedarf aus.“

Quelle: Bundesagentur für Arbeit