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Reformen für Leiharbeit und Werkverträge vertagt

Leipzig, 28. Dezember 2015 – Ein ganzes Jahr lang hatten die Arbeitgeber/innen gegen die Pläne des Bundesarbeitsministeriums zur Regulierung von Leiharbeit und Werkverträgen protestiert; der ohnehin zahnlose Gesetzesentwurf wurde daraufhin deutlich abgeschwächt. Doch das Gejammer nahm kein Ende. Im November schließlich stoppte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Gesetzesinitiative und lud alle Beteiligten zum Gespräch ins Kanzleramt. In ihren Jahresrückschauen klagen die Unternehmer/innen nun weiter über die geplanten „Beschränkungen“ von Leiharbeit und Werkverträgen, und es steht zu befürchten, dass der neue Reformentwurf, der für das Frühjahr angekündigt ist, noch einmal hinter die bisherigen Pläne zurückfällt. Der MDR lässt in einer kurzen Übersicht Christian Graupner, Leiharbeitnehmer in der Autoindustrie, Leipzigs IHK-Präsident Wolfgang Topf und Hein Volkmer, Gewerkschaftssekretär der IG Metall, zur Zweiklassengesellschaft im Betrieb und den Stand der Reformpläne zu Wort kommen.
 
Quelle: MDR

Sozialversicherungen: Nachzahlung in Millionenhöhe

Kassel, 16.12.2015 – Leiharbeitsfirmen müssen Sozialbeiträge in Millionenhöhe nachzahlen. Der Grund: Die Billig-Tarifverträge, die die betroffenen Firmen mit der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP) vereinbart hatten, sind ungültig. Das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel erklärte nun die Nachforderungen der Sozialversicherungsträger für grundsätzlich zulässig, der Vertrauensschutz greife hier nicht.

Auch in Sachsen entlässt VW Leiharbeitnehmer/innen

Zwickau, 16.12.2015 – Vor zwei Wochen Hannover, jetzt Zwickau/Mosel: VW will sich von 600 Leiharbeitnehmer/innen am sächsischen Standort trennen. 2016 sollen die Verträge in zwei Stufen (Ende März und Ende Juni) auslaufen. Das teilte der Betriebsrat nach einer Belegschaftsversammlung mit.
Damit schlägt der Abgasskandal im VW-Konzern in der Leiharbeit voll durch. In Zwickau werden die Karosserien für die VW-Luxuslimousine Phaeton produziert. Nach dem Skandal haben sich die Pläne für die Marke nun offenbar geändert. Wie es heißt, soll Phaeton keinen herkömmlichen Nachfolger mit Verbrennungsmotor erhalten, sondern zum Elektroauto umgemodelt werden. Bis die Planungen dafür fertig sind, werden die in Zwickau produzierten Karosserien wohl nicht benötigt.
Der Gesamtbetriebsrat von VW Sachsen forderte, andere Beschäftigungsmöglichkeiten für die Betroffenen zu suchen. Man sei mit den Betriebsräten bei den VW-Töchtern Porsche und Audi darüber im Gespräch. Porsche-Betriebsratschef und VW-Aufsichtsrat Uwe Hück sagte, möglicherweise gebe es eine Perspektive für einen Teil der Leiharbeitnehmer/innen an den Produktionsstandorten in Leipzig und Stuttgart-Zuffenhausen. Mehrere VW-Betriebsräte forderten außerdem die VW-Leiharbeitstochter AutoVision auf, nach Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb des VW-Konzerns zu suchen.
 
Quelle: MDR Sachsen