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Leiharbeitnehmer klagt gegen offenen Rechtsbruch

Leiharbeitnehmer klagt gegen offenen Rechtsbruch

Berlin/Lübeck, 11.05.2011 - Das Arbeitsgericht Lübeck verhandelt am 24. Mai 2011 eine fristlose Kündigung der Verleihfirma TABEL Prozessdienste GmbH. Betroffen ist der 51 Jahre alte Tiefdrucker Frank Schellenberg, der als Leiharbeitnehmer bei Prinovis in Ahrensburg beschäftigt ist.

Von seinem Verleihunternehmen wurde Frank Schellenberg gekündigt, weil er seinen gesetzlichen Anspruch auf "Equal Pay" (= gleicher Lohn für gleiche Arbeit) geltend gemacht hat und nicht bereit war, einen neuen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Der seit 31 Jahren als Tiefdrucker arbeitende Schellenberg klagt jetzt auf Weiterbeschäftigung und Nachzahlung.

"Dem Kollegen gebührt unser aller Respekt, dass er sich von der Zeitarbeitsfirma nicht einschüchtern lässt und sein höchstrichterliches Recht einklagt", sagt Ulrike Fürniss, ver.di-Expertin für Zeit-/Leiharbeit in Hamburg.

Hintergrund: Nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 14. Dezember 2010 können ca. 300.000 Leiharbeitnehmer/innen in Deutschland Equal Pay verlangen, weil die Christliche Schein-Gewerkschaft CGZP keine wirksamen Tarifverträge abschließen konnte.

Die gesamte Belegschaft der Druckerei Prinovis, nicht nur die betroffenen TABEL-Kollegen, ist auf den Barrikaden. Die dortige Geschäftsleitung hat eine Unterschriftenliste mit 300 Unterschriften erhalten und in einem offenen Brief wurde die Wiedereinstellung des Kollegen verlangt.

Beim Termin vor dem Arbeitsgericht erhält Frank Schellenberg Unterstützung von den TABEL-Kollegen, von der Prinovis-Belegschaft, von Kollegen der ehemaligen Broschek-Druckerei und von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).