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Leiharbeit: Keine Brücke in reguläre Beschäftigung

Frankfurt, 15.04.2014 - Arbeitgeber und arbeitgebernahe Politiker/innen beschwören gern den "Klebeeffekt" der Leiharbeit: Wer sich als Leiharbeiter/in in einer Firma bewähre, könne sich Hoffnungen machen, übernommen zu werden, also im Unternehmen "kleben" zu bleiben. Leiharbeit sei deshalb eine "Brücke" in reguläre Beschäftigungsverhältnisse. Mit diesem Argument wurde in der Vergangenheit auch der Ausbau der Leiharbeit gerechtfertigt. Eine neue Studie zeigt nun: Die Annahme vom Klebeeffekt der Leiharbeit ist eine Illusion.

Die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Arbeitsagentur Hessen untersucht die Effekte der Arbeitnehmerüberlassung. Dafür verglichen die IAB-Forscher/innen die Berufsbiographien von Menschen, die im ersten Jahr ihrer Arbeitslosigkeit bei einem Personaldienstleister angefangen haben, mit denen anderer Arbeitsloser, die das nicht taten. Das Ergebnis: Die Leiharbeitnehmer/innen haben keine besseren Aussichten auf eine reguläre Stelle als Arbeitsuchende aus der Vergleichsgruppe. Trotzdem haben Personen aus der Gruppe der Leiharbeitnehmer/innen fünf Jahre nach Beginn ihrer Tätigkeit mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Job als Personen aus der zweiten Gruppe: allerdings einen Job als Leiharbeitnehmer/in. Einen "Klebeeffekt" gibt es also - aber lediglich in der Leiharbeit. Ein "Sprungbrett" in reguläre Jobs ist die Leiharbeit dagegen nicht.

Quelle: Frankfurter Rundschau