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Skandalöse Zustände in der Schlachtindustrie

Satrup, 28. April - Die deutsche Schlachtindustrie steht immer wieder in der Kritik, weil sie massiv auf Leiharbeit und Werkverträge zurückgreift, um Löhne zu drücken. Ein Beispiel aus Schleswig-Holstein.

275 fest angestellte Mitarbeiter beschäftigt Redlefsen, ein fleischverarbeitendes Unternehmen des Tönnies-Konzerns, in seinem Werk in Satrup (Schleswig-Holstein). Dazu kommen bis zu 300 Leiharbeitnehmer/innen, davon mindestens 60, die über Personaldienstleister wie die Flensburger Firma Compact in Osteuropa angeworben wurden. Die Stundenlöhne bei Redlefsen betragen 8,80 Euro, etwas mehr als der Branchenmindestlohn. Aber die Leiharbeit, die eigentlich nur die Auftragsspitzen auffangen soll, werde mehr und mehr zum Normalzustand – mit dem Ergebnis, dass die Stammbelegschaften immer weiter zusammenschrumpfen, wie Finn Petersen von der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) kritisiert.

Dass Schlachtereien und fleischverarbeitende Unternehmen im großen Stil auf Subunternehmen, Leiharbeitsfirmen und Beschäftigung per Werkvertrag zurückgreifen, ist kein Geheimnis. Laut NGG nimmt bei den Schlachtkonzernen Tönnies, Vion, Westfleisch und Danish Crown insbesondere der Einsatz von Beschäftigten mittel- und osteuropäischer Subunternehmen zu, die zu Niedriglöhnen in den Schlachtereien schuften. So werden die Arbeitnehmerrechte und Löhne in der Branche systematisch unterlaufen. Auch die Unterbringung der über Subunternehmen Beschäftigten sei skandalös, kritisiert die NGG. Leiharbeitnehmer/innen aus mittel- und osteuropäischen Ländern lebten auf engstem Raum in schlecht ausgestatteten Quartieren – und müssten dafür auch noch hohe Mieten zahlen.

Quelle: Schleswiger Nachrichten, http://www.shz.de/lokales/schleswiger-nachrichten/das-erinnert-an-moderne-sklaverei-id6395506.html