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Prekäre Arbeitsvermittlung

Prekäre Arbeitsvermittlung

Personal-Service-Agenturen alias PSA. Wer erinnert sich noch an dieses Wundermittel aus der Hartz-Agenda-Küche? Arbeitsvermittlung in die Leiharbeit. Privat, bezahlt von der Arbeitsagentur. Bundesweit, flächendeckend, womöglich mit mehreren PSAen pro Agentur. Mit Heilsversprechen über Klebeeffekte am regulären Arbeitsmarkt als lichtem Feuerwerk am Ende eines dunklen Tunnels.
Nach zwei Jahren und einigem verbrannten Geld wurde es dann zunehmend stiller. Die Klebeeffekte entpuppten sich, als sich die Promotion-Nebel lichteten, als Fata Morgana. Tatsächliche Relevanz: marginal. Die Beerdigung fand in aller Stille statt. War das alles für die Katz? Nein, weit gefehlt.

Arbeitsvermittlung in Leiharbeit, das geht auch ohne PSA.
Ganz einfach sogar: Man macht in der Arbeitsagentur einige Büros frei und übergibt sie dann an die üblichen bekannten Leiharbeitsfirmen. Wenn diese eine Anfrage haben, dann reicht ihnen ein kurzer Weg über den Flur und schon erschließt sich ihnen ein Reservoir an möglichen Arbeitskräften. Wenn Arbeit amtlich vermittelt wird, dann ist es heute meistens Leiharbeit.
Das ist sogar billiger, denn die Arbeitsagenturen brauchen nichts mehr für die Leiharbeitsvermittlung zahlen. An die Stelle der PSAen sind ganz gewöhnliche Zeitarbeitsfirmen getreten, die in ganz gewöhnliche Leiharbeit vermitteln. Teilweise mal in diesen, mal in jenen Hunger- oder Niedriglohn. Aus den Verheißungen über Klebeeffekte sind vage Andeutungen geworden, was den Realitäten auf den Arbeitsmärkten schon eher entspricht.
Dass Leiharbeit für die Betroffenen selten eine Gelegenheit bietet, um aus dem sich ausbreitenden Prekariat herauszukommen, hat die Wisschenschaft inzwischen auch schon feststellen müssen. So wenig Licht am Ende des Tunnels.

Die Arbeitsvermittlung in Leiharbeit fegt den Arbeitsmarkt auch in Phasen des Wirtschaftswachstums nicht leer. Leiharbeit verdrängt viel zu oft existenzsichernde Arbeit. Zwingt Erwerbslose in Dumping- und Verdrängungslöhne. Und in einer Wirtschaftskrise lässt Leiharbeit die Erwerbslosigkeit umso schneller steigen. Gleiche Bezahlung - equal pay, das ist das Gebot der Stunde, um der Verdrängung entgegenzutreten.
Zumindest müssen die gelben Dumpingtarifverträge der potemkinschen Fantasiegewerkschaften mit den Kombi-Hungerlöhnen, mit denen Niedriglöhne anderer Tarifverträge noch unterboten werden und der Staat mit Hartz-IV-Aufstocker-Leistungen zur Kasse gebeten wird, ein Ende haben. Es ist höchste Zeit für die Verbindlichkeit von besseren Tarifverträgen mit höheren Mindestlöhnen auf Basis der Entsenderichtlinie. Sei es bei den nächsten Wahlen oder besser schon davor.

 

Bernhard Jirku
ver.di Bundesverwaltung
Erwerbslosenpolitik

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Kommentare (3)
3 Dienstag, den 03. August 2010 um 16:09 Uhr
tom378
Von meiner Arbeitsvermittlerin erhielt ich, beim ersten Gespräch
eine Aufstellung von Zeitarbeitsfirmen in meiner Region.
Es waren 23 an der Zahl.Fand ich ganz toll.
2 Sonntag, den 28. Februar 2010 um 18:55 Uhr
katzovomfox
Na ja für was sind die sogenannten arbeitsvermittler bei der age eigendlich da.
kommt ein arbeitsuchender zu seinen vermittler sagt der nur bewerben sie sich doch bei einer zeitarbeitsfirma.
und wer die unterschiede nicht kennt darf dann für weniger als 6 euro die stunde arbeiten.
und da wäre noch die trixerei mit den outsorcing verträgen,das ist das allerletzte was die brance zu bieten hat
1 Donnerstag, den 23. April 2009 um 10:22 Uhr
VeraMaus
Um einen Job bei der Leiharbeit zu bekommen, benötige ich keine Arbeitsvermittler, weder von der Arbeitsagentur, noch von einer PSA.
Da werden Steuergelder nur verprasst. Einen Job bei einer Zeitarbeitsfirma finde ich auch ohne Arbeitsamt. Da brauche ich ja nur vorzusprechen und einen Personalbogen auszufüllen. Haben diese einen geeigneten Arbeitseinsatz für mich, dann rühren die sich dann bei mir. Vom Arbeitsvermittler erwarte ich Stellenangebote, die auf dem freien Arbeitsmarkt zu haben sind, jedoch keine Zeitarbeitsstelle, sondern ich erwarte ein Stellenangebot, wo ich vielleicht bis zu meiner Rente mein Auskommen habe, wo ich endlich auch mal wieder einen Urlaub einplanen kann. Bei der Zeitarbeit rutscht man von der einen Probezeit in die nächste. Das ist doch kein schönes Leben mehr, da landet man unweigerlich in einem Stimmungstief.
Nachdenkliche Grüße, VeraMaus