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Moin,
ich musste ein wenig grinsen als ich eure letzten Artikel gelesen habe.
Zitat: "Dieser Abwärtstrend wird sich, wenn auch weniger dynamisch, fortsetzen. Damit wird die These bestätigt, dass das Konzept Leiharbeit für eine Stabilisierung auf dem Arbeitsmarkt nicht tauglich ist, sondern ausschließlich Konjunkturzyklen nachzeichnet."
*lach* - die 'Konjunktur' brummt wie ehh und je, sinkende Arbeitslosenzahlen sprechen für sich, oder wo glaubt Ihr, wo sind die '300.000' Leiharbeitnehmer abgeblieben?
Fakt ist doch, das sich die Unternehmer auf die sicherlich kommenden Gesetzesänderungen (Equal Pay, Mindestlohn usw.) bereits einstellen. Leiharbeitnehmer werden reihenweise abgebaut um in sg. Outsourcing Firmen neu angestellt zu werden. Dort erhalten sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag bei einer Tochterfirma des ehemaligen Zeitarbeitsvermittler. Die Verträge sind zumeist nicht Tarifgebunden, entsprechen mit ihren Konditionen aber den ehemaligen Zeitarbeitsverträgen.
Das lustige: die Änderungen im Zeitarbeitsgesetz greifen nicht, sind ja nun keine Zeitarbeitskräfte mehr *fg*, durch die fehlende Tarifbindung wird auch die Arbeit der Gewerkschaften ad absurdum geführt.
Glaubt mir, an dem Tag an dem Equal Pay in Deutschland zur Pflicht wird, sind in den Firmen keine Leiharbeitnehmer mehr beschäftigt! Das schlimmste (wiedereinmal) ist doch, das Bundesweit neue Call Center / Subunternehmer Firmen mit staatlichen Zuschüssen entstehen. Hier fehlt es immer noch an Kontrollmechanismen und Rückforderungen von Subventionen. Wir Steuerzahler finanzieren diesen Firmen-Fake-Aufbau auch noch und durch den Druck der Gewerkschaften wird der Niedriglohnsektor immer weiter und schneller ausgebaut.
Beispiele:
REAL B2B - neues Call Center in Berlin, GF besteht aus den ehemaligen Quelle Mitarbeiter die ein riesen Subventioniertes Call Center pleite gehen haben lassen. Jetzt wird das gleiche CC neu (subventioniert) Aufgebaut (Pausenraum mit Großbildleinwand und Massagesessel, als ob die MA Zeit genug hätten, sowas auszu nutzen), die MA verdienen stolze ~8 E/Std. aber arbeiten max. 30 Std.
Perry und Knorr Flensburg, bauen mit lokaler Unterstützung ein Call Center auf um 300 entlassene Mitarbeiter von Vodaphone aufzufangen, der Bürgermeister ist glücklich, die Mitarbeiter werden mit 7 E / Std. abgespeist, haben vorher deutlich mehr verdient, P&K zahlt seinen Mitarbeitern in Berlin und Kiel satte 7,50€
Siemens Berlin: ZAs werden 'übernommen', aber nur in Subunternehmen. Bei Siemens selbst herrscht Einstellungsstop
Bildschirmpausen gibt es nicht mehr (Agent kann ja beim Telefonat aus dem Fenster schauen um seine Augen zu schonen, oder besser noch: das ist kein Bildschirmarbeitsplatz.)
Feueralarm: Das geht von eurer Pause ab.
Einrichtungen sind beschädigt, PC Anlagen erfüllen nicht die Grundvoraussetzungen um Call Zeiten überhaupt annähernd erreichen zu können, Reinigungsmittel für PC Arbeitsplatz oder auch Hygieneartikel wie Desinfektion auf Toilette müssen von MA selbst gestellt werden. Der 'Betriebsrat' besteht aus Mitgliedern der Geschäftsführung.
Wenn dann ein Ver.di Vertreter kommt, bleibt diesen auch nur der Hinweis, das ich als Arbeitnehmer ja bei einer anderen Firma beschäftigt bin (mir selbst passiert) - sorry Leutz - wer mit solchen Scheuklappen durch die Gegend rennt hats doch nicht besser verdient mit seinen Forderungen auf der Strecke zu bleiben.
In diesem Sinne zieh ich mich wieder in mein Mauseloch zurück
HV |