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Großrazzia wegen Scheinwerkverträgen

Großrazzia wegen Scheinwerkverträgen

Berlin/Scheinfurt, 25.01.2012 - Mehr als 450 Zollfahnder haben am Dienstag sechs Warenzentren sowie Wohn- und Geschäftsräume der Handelskonzerne Kaufland und Netto durchsucht. Der Vorwurf: Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen. Leiharbeitnehmer/innen sollen rechtswidrig als Werkvertragler zu 30 Prozent weniger Lohn beschäftigt worden sein.

Die Höhe des Schadens für die Sozialversicherungsträger könne erst nach Auswertung der Beweise ermittelt werden, so das Hauptzollamt Schweinfurt. Immer mehr Unternehmer nutzen (Schein-)Werkverträge als neues Instrument des Lohndumpings. Schätzungen gehen davon aus, dass es bereits über eine Million Werkvertragler gibt. Die Bundesargentur für Arbeit bezifferte die Anzahl der Leiharbeitnehmer/innen unlängst auf 910.000. Beate Müller-Gemmeke von den GRÜNEN erklärte anläßlich der Großrazzia: "Viele Unternehmen begnügen sich nicht mehr mit Leiharbeitstarifverträgen, sondern nutzen Scheinwerkverträge, um die Lohnkosten noch weiter zu senken."

Quelle: "Süddeutsche Zeitung", 25.01.2012

 

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